Page 29 - HS2025_Gesamt_web
P. 29
Jimmy Carter und das Friedrich Ebert – Der erste
andere Amerika deutsche Reichspräsident
Jimmy Carter war der 39. Präsident der USA Am 28. Februar 1925 - vor hundert Jahren -
von 1977 bis 1981 und gilt vielen als glück- starb Friedrich Ebert, der erste Präsident der
loser, gescheiterter Übergangspräsident und Weimarer Republik. Er verkörperte mit Philipp
Erdnussfarmer aus dem rückständigen Geor- Scheidemann und später mit Otto Wels die
gia. Aber er war viel mehr als das. Carter grün- demokratische Linie des neuen Staates. Ebert
dete 1982 die Carter Stiftung, war im Auge wurde von links (Arbeiterverräter) und rechts
des Referenten der beste Ex-Präsident der (Vaterlandsverräter) gleichermaßen angefein-
USA und erhielt 2002 zurecht den Friedens- det. Er wurde mit lächerlichen und gleichzei-
nobelpreis. Aber auch während seiner Amts- tig ehrenrührigen Prozessen überhäuft. Die
zeit hat er tiefe Spuren hinterlassen durch das Justiz spielte ihm ebenso übel mit wie die
Camp David Abkommen, den Panamaver- Parteien, die nicht zur „Weimarer Koalition“
trag und das SALT II Abkommen. Als Christ, gehörten. Er wurde in Zeitungsartikeln ange-
Humanist, Umweltaktivist, Menschenrechtler feindet und in Fotos lächerlich gemacht. Er
und Friedensstifter, der sich immer der Wahr- gab nicht nach, sah seine Aufgabe im Auf-
heit verp ichtet sah, steht er für ein anderes bau, der Durchsetzung und der Verteidigung
Amerika. Im Rahmen dieser Präsentation wird der parlamentarischen Demokratie. Gedankt
Dr. Heinz-Otto Lindner mit eingebundenen wurde es ihm nicht.
eigenen Erfahrungen dem Publikum Jimmy
Carter, Amerika und die späten 70er Jahre MZ1110
näherbringen, aber ohne aus Jimmy Carter Bodo Lueck
einen „Heiligen“ zu machen. Er war sicher Montag, 20:00 - 21:30 Uhr
ein Opfer der Ölkrise, des Afghanistanein- 06. Oktober / 2 Ustd
marsches Russlands und der Revolution im VHS im Stadtfenster, Saal, Steinsche Gasse 26,
Iran mit Geiselnahme. Aber auch die Fehler Stadtmitte
der Amtsführung werden aufgedeckt, den- 5 EUR
noch hätte Carter, ein Workoholic und Viel -
leser, eine zweite Amtszeit verdient gehabt.
Der Dalai Lama, China und das
Schicksal des tibetischen Volkes
Am 6. Juli 2025 ist der 90. Geburtstag des
Dalai Lama. Er ist das spirituelle Oberhaupt
aller Tibeter in Tibet und im Exil. Im Vortrag
geht der Duisburger Sozialwissenschaftler
Rainer Spallek auf die Rolle der Dalai Lama
im Verlauf jahrhundertealter tibetischer Ge-
schichte ein, die geprägt ist von wechseln-
den Phasen relativer Unabhängigkeit und
chinesischer Unterdrückung. Seit den 1950-
er Jahren jedoch verfolgt China eine radikal
antitibetische Politik. Für den Dalai Lama ver-
MZ1108 folge China die Auslöschung der tibetischen
Dr. Heinz-Otto Lindner Kultur, sodass er von einem „kulturellen
Montag, 20:00 - 21:30 Uhr Völkermord“ spricht.
29. September / 2 Ustd Wie es nach seinem Tod weitergeht, ist völlig
VHS im Stadtfenster, Saal, Steinsche Gasse 26,
Stadtmitte offen, auch auf diese Situation wird der Refe-
entgeltfrei rent eingehen. Er lebte einige Tage in einem
29

