Pressegespräch des Forschungsnetzwerks Alphafunk in der VHS-Duisburg am 30. März 2022

„Alphabetisierung ist ein stilles Thema.“ Das sagte der Parlamentarische Staatssekretär Klaus Kaiser beim Pressegespräch, zu dem das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW die Medien am Mittwoch, dem 30. März 2022, in die VHS Duisburg geladen hatte. Beteiligte waren außerdem Prof. Dr. Michael Schemman, Oberbürgermeister Sören Link und Volkshochschuldirektor Volker Heckner.

Das Wissen darum, dass viele Erwachsene Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben, ist nicht neu. Seit über 25 Jahren gibt es an der VHS Duisburg Kurse, in denen Menschen Lesen und Schreiben lernen können. Seit der LEO-Studien der Universität Hamburg aus den Jahren 2010 und 2018 weiß man, dass es deutschlandweit 6,2 Millionen Menschen sind, die Probleme mit Texten haben. Das sind 12,1 Prozent der Gesamtbevölkerung. In der Wissenschaft spricht man von „gering Literalisierten“. Das Phänomen „geringer Literaliät“ bleibt eine Daueraufgabe, zu deren Bewältigung Politik, Forschung und Praxis gemeinsam agieren müssen. Für diesen Konsens einer gemeinsamen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe haben die vier Redner mit dem Pressegespräch klare Zeichen gesetzt. Sören Link betonte seine Haltung als Demokrat, der allen Menschen gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen möchte. Die Gesellschaft aktiv mitgestalten, das ist ohne ausreichende Lese- und Schreibkenntnisse kaum denkbar.

An der Universität zu Köln und der Universität in Duisburg und Essen forschen engagierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler innerhalb des Forschungsnetzwerks Grundbildung und Alphabetisierung „AlphaFunk“ im engen Dialog mit Praktikern der Weiterbildungseinrichtungen und in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung in Bonn (DIE) zu vielen gesellschaftlich relevanten Grundbildungsfragen. Anlass des Pressegesprächs in Duisburg war die Halbzeit dieses Forschungsprojektes, das für den Zeitraum 2020 bis 2023 angelegt ist. Es liegen erste Zwischenergebnisse vor. Das Problem könne nur erfolgreich angegangen werden, wenn weitere Einrichtungen wie soziale Dienste oder Sportvereine in die Netzwerke zur Sensibilisierung für Grundbildungsaufgaben einbezogen würden. „Beispielhaft ist hier unsere Kooperation mit dem  Weiterbildungsnetzwerk in Duisburg, mit dem wir gemeinsam unsere Beratungsangebote auch in den Stadtteilen ausbauen werden“, sagt VHS-Direktor Volker Heckner. An der VHS Duisburg werden die Forschungsprozesse weiterhin aufmerksam verfolgt und die Erkenntnisse für die Arbeit in Duisburg nutzbar gemacht.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu Grundbildungsthemen in Duisburg?

Kennen Sie Personen, die besser Lesen und Schreiben lernen möchten? Dafür ist es nie zu spät!

Wenden Sie sich gerne an Eva Fastabend, Fachbereichsleiterin für Alphabetisierung und Grundbildung.

Tel.-Nr.- 0203-283 6208, e.fastabend@stadt-duisburg.de